Pluto und Ultima Thule

Ganz draußen, ganz weit weg, …

Die Raumsonde New Horizons ist seit 2006 unterwegs ans Ende unseres Sonnensystems – der einzigen Welt, in der Leben bekannt ist.
Zwei bisher unerforschte Ziele hat diese Maschine besucht und ein wenig enträtselt:
14.07.2015 – Pluto
01.01.2019 – 2014MU69/Ultima Thule
Die bisher erhaltenen Daten sind … faszinierend (Mr. Spock lässt grüßen 🙂 ).
Reisen sie mit zu diesen Welten … bei einer Multimedia-Präsentation im Rahmen des Programms der Rieser Sternfreunde am Astronomietag:

Pluto und Ultima Thule
– Eiswelten am Rande des Sonnensystems –

Beginn: 18 Uhr am 30.03.2019 (Dauer etwa 60-70 Minuten)
Ort: Albrecht-Ernst-Gymnasium Oettingen
Ein Programmpunkt der    Rieser Sternfreunde.

Astronomietag am 30. März 2019

Der Astronomietag steht ganz im Zeichen der Wintersternbilder wie der Große Hund mit dem hellsten Stern Sirirus, dem Orion mit dem bekannten Nebel oder den Plejaden. Zum Start der Veranstaltung gegen 16 Uhr werden wir wieder einen Blick auf die Sonne mit ihren Flecken und Protuberanzen wagen. Zusätzlich gibt es Vorträge und interessante Zusatzinfos:

Alles weitere wieder hier in der Zeit vor der Veranstaltung auf unserer Website. Der Veranstaltungsort ist, wie schon in den vergangenen Jahren, die Sternwarte auf dem Albrecht-Ernst-Gymnasium in Oettingen.
Bei Bedarf werden wir auch einen Abstecher auf den Planetenwanderweg in Oettingen anbieten.

 

Monddetails

Hier einige Bilder aus den Nächten vom 15. und 16.02.2019.
Bei sehr gutem Seeing sieht man, was mit der aktuellen Ausrüstung
(ASI120mm + 10″ NON) so möglich ist: 

Neues :-) von New Horizons!

“Doppel-Kartoffel”

Endlich, neue Daten, neue Aufnahmen, (viel) mehr Details!

Am 24.01.19 veröffentlichten NASA/JHUAPL/SwRI neue detailliertere Aufnahmen von Ultima Thule. Das nachfolgende Bild wurde am 01.01.19 um 06:26 Uhr aus 6.700 km Entfernung aufgenommmen und am 18. und 19.01.19 von New Horizons downgeloadet. Gut 7 Minuten vor der größten Annäherung zeigt die Aufnahme interessante Details des doppel-kartoffelförmigen Objektes, das etwa 6,6 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt im Kuiper-Gürtel seine Bahn zieht.
Weitere und auch entsprechend nachbearbeitete und damit noch detailliertere Aufnahmen werden in den kommenden Monaten folgen und noch weit mehr Details zeigen, als diese Aufnahme, so der PI (principal investigator) Alan Stern.

Das von der Weitwinkelkamera MVIC (wide-angle Multicolor Visible Imaging Camera) aufgenommene Bild zeigt Details bis zu 135 m pro Pixel. Heraus sticht hier zum einen die unterschiedliche Struktur der beiden (Teil-) Objekte und der auffällige helle “Hals” dazwischen.
Im größeren Teil (Ultima) ist darüber hinaus der große Ring auffällig. Grabensystem? Einschlagskrater? Geologische Prozesse? Die Entstehungsgeschichte ist aktuell völlig unklar.
Im kleineren Teil (Thule) ist vor allem der große, etwa 7 km im Durchmesser messende Krater auffällig. Auch hier liegt die Entstehungsgeschichte völlig im Dunkeln.
Rästelhaft ist auch die Beschaffenheit der Oberfläche. Man erkennt zwar viele Details, aber Informationen über Material, Dichte oder Temperatur stehen noch aus.

Ultima Thule wird seine Geheimnisse noch preisgeben. Bis alle Daten von den Speichern von New Horizons auf der Erde sind wird es noch ein wenig dauern … ein paar Monate!

Bildquellen: http://pluto.jhuapl.edu/ und http://www.nasa.gov

Nichts neues von New Horizons …

Keine Daten?

Mittlerweile ist es bald 3 Wochen her, dass New Horizons an Ultima Thule vorbeigeflogen ist und erstmals ein KBO – Kuiper Belt Object – erforscht hat. Welche Daten, welche Bilder, welche Informationen sind bisher bei uns angekommen?
Nicht wirklich viel …

Zu sehen hier die aktuell beste Aufnahme von Ultima Thule, aufgenommen aus einer Entfernung von etwa 28.000 km.
Aber, sollte New Horizons nicht viel, viel näher an Ultima Thule heran? War da nicht die Rede von guten 3.000 km? War das schon alles?

Nein, das war es noch nicht!
New Horizons ist zwar am 01. Januar 2019 um 06:33:19 MEZ in 3536 km an Ultima Thule vorbei geflogen, Stand heute hatte das Team um Alan Stern jedoch nur 4 Tage Zeit am Deep Space Network, um Daten von New Horizons downzuloaden. Die Sache ist nämlich die, dass die Erde aktuell eine ungünstige Position für die Kommunikation mit New Horizons hat – sie ist (von New Horizons aus gesehen) hinter der Sonne. Und dieser “dicke, helle Brocken” steht einfach nur im Weg und lässt eine Kommunikation mit der Sonde derzeit nicht zu.

1 Prozent

Wie Alan Stern am 17.01.19 bekannt gab, wurden bisher nur etwa 1% der Daten von New Horizons auf der Erde empfangen, der große Rest soll in den nächsten 20 Monaten auf der Erde ankommen. Dabei werden nicht nur weitere “trockene” Messdaten sein, auch weitere und diesmal wirklich hochaufgelöste Aufnahmen von Ultima Thule werden dabei sein. Alan Stern hat für die 50th Lunar and Planetary Science Conference im März in The Woodlands, TX weitere Daten und (Bild-) Material zugesagt.
Warten wir es ab!
Ein jubelnder Alan Stern kurz nach dem Encounter

Bildquellen: http://pluto.jhuapl.edu/ und http://www.nasa.gov

New Horizons has met Ultima Thule

Encounter

Am Neujahrsmorgen war es soweit, New Horizons ist in nur 3.500 km Entfernung mit über 14 km/h an Ultima Thule, ein kaltes und unbekanntes Objekt des Kuipergürtels vorbei geflogen und hat die am weitesten von der Erde entfernte Forschung aller Zeiten betrieben.
Erfolgreich?
Das wusste um 06.33 MEZ (05.33 UTC) noch niemand. Die Sonde konnte auch beschädigt oder zerstört sein, oder es konnten Instrumente ausgefallen sein, oder die Sonde konnte einfach nur “in die falsche Richtung” geschaut haben, oder, oder, oder. Die Liste der möglichen Probleme ist endlos!

Signal Aquisition

Zum Glück hat das Team um PI (principal investigator / Chefwissenschaftler) Alan Stern und MOM (mission operations manager / Flugkontrolle) Alice Bowman ganze Arbeit geleistet – die Mission ist ein voller Erfolg.
Gegen 16.30 MEZ (also fast 9 Stunden nach dem Encounter) sollte das erste Signal von New Horizons an der großen Antenne des NASA Deep Space Networks in Madrid eintreffen, wenige Sekunden später (Signallaufzeit, digitale Signalaufbereitung, etc.) müsste ein “carrier lock” im Mission Operations Center möglich sein. Die Spannung war unerträglich … Kurz nach 16.30 war es soweit, Alice Bowman vermeldete ein stabiles Signal, ließ anschließend alle Subsysteme auf ihren Status prüfen und schließllich, gegen 16.35 MEZ, war klar: “We have a healthy Spacecraft” – Mission erfolgreich.
Entspannte Gesichter, nachdem klar war, dass das “spacecraft healthy” ist (A. Stern und A. Bowman)

Die Forschung kann beginnen …

Erste Aufnahmen von Ultima Thule waren in dieser Phase noch nicht zu erwarten, es ging lediglich darum, zu prüfen, ob die Sonde in Ordnung war.
Die ersten (“besseren”) Aufnahmen präsentierte die NASA einen Tag später.
v.l.n.r.: Farbaufnahme (MVIC), Detailaufnahme (LORRI), Komposit aus beiden, Aufnahmedaten: 01.01.19, 04.08 UTC, 137.000 km

Und hier kann man die Charakteristik von Ultima Thule schon gut erkennen:
Ein Objekt aus zwei runden Teilen, etwa 33 km in der Länge (19 km und 14 km), sehr deutlich ausgeprägter Hals zwischen den beiden Teilen (inoffiziell als Ultima und Thule benannt), unterschiedliche Regionen mit unterschiedlichem Oberflächenmaterial, Rotationsdauer etwa 15 Stunden – um nur einige der in der Pressekonferenz am 02.01.19 präsentierten ersten Erkenntnisse zu nennen.
Es werden weit mehr Daten und höher aufgelöste Aufnahmen erwartet, das jedoch wird seine Zeit dauern. Die Datenrate beträgt nur wenige Kilobit pro Sekunde (aktuelle Daten vom Deep Space Network in Goldstone am 03.01.19, 23.21 MEZ: 841 Bit/s, siehe https://eyes.nasa.gov/dsn/dsn.html). Für den Download aller Daten werden Monate veranschlagt (teilweise werden 2 Jahre genannt!).
Aber “wir” haben ja Zeit, nach Ultima Thule kommt nichts mehr … nur die unendlichen Weiten des Universums.

Und New Horizons wird seinen Vorgänger Pioneer und Voyager folgen, dorthin wo noch kein Mensch je gewesen ist.

Weitere und aktuelle Informationen auf der New Horizons Webseite:
http://pluto.jhuapl.edu/

Bildquellen: http://pluto.jhuapl.edu/ und http://www.nasa.gov

New Horizons meets Ultima Thule

Ultima Thule

Ein etwa 37 km großer Felsbrocken “hinter dem Ende” des Sonnensystems im Kuiper Gürtel – dunkel, kalt, über 6,6 Milliarden Kilometer entfernt … das ist die unbekannte Welt des KBOs 2014MU69, oder seit 2018 “Ultima Thule“.

Woher kommt der Name?

Woher kommt der Name? Nun, es ist ja so, dass Thule ein mystischer Ort weit oben im Norden ist, dort wo die Welt eigentlich schon endet. Und Ultima Thule ist noch weiter “oben”, genauer gesagt der nödlichste Landpunkt der Erde, bestehend aus einer kleinen Insel, die auf dem Festlandssockel der nördlichen grönländischen Küste liegt (Wikipedia). Weil nun 2014MU69 ebenfalls der am weitesten entfernte Punkt im Sonnensystem ist, der je erforscht wurde bzw. wird, hat man sich entschlossen aus den zahlreichen Vorschlägen “Ultima Thule” für den noch unerforschten Felsbrocken auszuwählen.

New Horizons erforscht Ultima Thule

Vor gut dreieinhalb Jahren hat die 2006 gestartete Raumsonde New Horizons den letzten Planeten unseres Sonnensystems besucht und erforscht – Pluto. Viele Daten haben seitdem die Wissenschaftler beschäftigt, zahlreiche neue Erkenntnisse über Pluto sind ans Licht gekommen und haben diese eisige Welt uns Erdlingen näher gebracht. Auch von den Rieser Sternfreunden wurden im Rahmen verschiedener Veranstaltungen und Vorträge einer interessierten Öffentlichkeit Einblick in die Mission und deren Ergebnisse gegeben.

Nun ist es wieder soweit:
Am Neujahrstag 2019 wird New Horizons in nur 3.500 km an Ultima Thule mit über 14 km/s vorbei fliegen und Bilder und Daten vom entferntesten Objekt machen, das die Menschheit je erforscht hat. Wenn das mal kein großer Sprung für die Menscheit wird!

Countdown


Exakt um 05.33 UTC (6.33 MEZ) wird New Horizons die geringste Entfernung zu Ultima Thule haben.
Dabei wird die Raumsonde ein Rechteck von der Größe 120×320 km mit der Geschwindigkeit von 50.700 km/h durchfliegen und Daten über diese eisige Welt sammeln. Auch Fotos werden gemacht, die geschätzte Auflösung beträgt 35 m/px (Meter pro Pixel), so der PI (principal investigator / Chefwissenschaftler) der Mission, Alan Stern.
Ob die Mission erfolgreich war, wird man hier auf der Erde nicht sofort erfahren. Die Lichtlaufzeit alleine beträgt über 6 Stunden, hinzu kommt noch, dass während des Vorbeifluges die Hauptantenne nicht zu Erde gerichtet ist und daher erst geforscht wird, bevor nach dem Vorbeiflug erste Daten zur Erde gesendet werden können. Mit dem signal aquisition, also dem ersten Lebenszeichen (health status check) von New Horizons wird gegen 16 Uhr MEZ gerechnet.

Ultima Thule, we are coming!

Liveberichte und Video-Streams gibt es hier (alle Zeiten MEZ):
05.15: New Horizons flyby of Ultima Thule, a Kuiper belt object
15.45: New Horizons Signal Acquisition from Ultima Thule Flyby
16.30: New Horizons Post-Flyby Press Conference
Links:
New Horizons Webseite – Where to whatch
NASA TV

Bildquellen: http://pluto.jhuapl.edu/ und http://www.nasa.gov

Neues Jahr

Die Rieser Sternfreunde wünschen allen einen guten Start ins Neue Jahr in Verbindung mit viel Gesundheit und Glück!

Auf das es viele klare Nächte geben wird und wieder zahlreiche und interessierte Besucher zu uns in die Sternwarte kommen um sich an der Faszination Weltall zu begeistern.

Auch in 2019 haben wir wieder einiges geplant in Sachen Astronomie !