Wie groß ist unser Sonnensystem? Wie lange gibt es das Universum?

Größen im Sonnensystem

Beides sind Fragen, die man ziemlich schnell und einfach beantworten kann … vermeintlich!
Ist es wirklich so einfach?
Von der Sonne zum Planeten Neptun sind es etwa 4,5 Milliarden Kilometer, bis zu Pluto gar 5,9 MIlliarden Kilometer (2023). Die Sonne hat einen Durchmesser von etwa 1,4 MIllionen Kilometer, die Erde „nur“ etwa 12.700 Kilometer, unser größter Planet Jupiter immerhin ca. 280.000 Kilometer. Man könnte hier noch mehr Zahlenspiele nennen, aber wie „groß“ sind diese Größen wirklich?

Nahezu jeder hat schon einmal eine bildliche Darstellung des Sonnensystems gesehen. Hier sind immer unser Zentralgestirn, die Planeten und deren Umlaufbahnen abgebildet – so in etwa, wie auf nachfolgender Abbildung zu sehen.

Unser Sonnensystem (www.tu-braunschweig.de)

Aber stimmt diese Darstellung wenigstens ein klein wenig mit der Realität überein?
Nein!
Nicht im Entferntesten hat diese Darstellung etwas mit der Wirklichkeit zu tun. Manche Abbildungen stellen wenigstens noch die Größenverhätlnisse der Planeten und der Sonne ins richtige Verhältnis, aber oft (wie oben zu sehen) wird auch dies realitätsfern dargestellt.

Möchte man neben den Größenverhältnissen auch die Entfernungen zueinander korrekt ins Verhältnis setzen sind erhebliche Distanzen erforderlich. Stellt man die Erde in der Größe einer Murmel (d=1 cm) dar, dann ist die Sonne 117 Meter, Neptun über 3,5 Kilometer entfernt!
Bringt man diese Distanzen und Größen ein einem Bild zusammen, dann ergibt sich eine ganz andere Darstellung – so ist zum Beispiel die Erde gar nicht mehr zu sehen.

Über diese Größenverhältnisse hat sich 2015 bereits der Filmemacher Alex Gorosh Gedanken gemacht und in einem sehr guten Kurzfilm die wahren Größen und Entfernungen unseres Sonnensystems dargestellt. Hierzu reichte ein Blatt Papier nicht aus, es musste ein Salzsee in der Wüste Nevadas herhalten. Für diese ausgezeichnete Arbeit konnte er mit seinem Partner Wylie Overstreet zahlreiche Auszeichnungen einsammeln, u.a. von National Geographic.

To scale: Solar System

Hier ist der Film zu sehen:
http://www.alexgorosh.com/reel
oder auch auf Youtube (über 13 Millionen aufrufe)
https://www.youtube.com/watch?v=zR3Igc3Rhfg
[making of -> https://www.youtube.com/watch?v=O_MZ8tda_1I]

Was ist Zeit?

Eine Schulstunde dauert 45 Minuten, ein Tag 24 Stunden und ein Jahr immerhin 365,25 Tage. Ein Menschenleben ist im Durchschnitt fast 80 Jahre lang, Jesus lebte vor 2000 Jahren, die Neandertaler (älteste Funde) vor etwa 130.000 Jahren. Das sind alles zwar lang klingende Zeiträume, aber noch gar nichts im Vergleich zu dem Zeitalter der Dinosaurier vor 66 bis 230 Millionen Jahre. Das Sonnensystem mit unserer Erde ist Erde ist ungefähr 4,5 MIlliarden Jahre alt, das Universum selbst gute 13,8 MIlliarden Jahre.
Und davor? Das gibt es nicht! Mit dem Urknall begannen Zeit und Raum. Aber das ist ein anderes Thema … 🙂

Auch diese Zahlenspiele sind an sich nichts ungewöhnliches – außer man will sie visualisieren. Dann stellt der passende Maßstab – wie bei den Größen unseres Sonnensystems auch – ein Problem dar.
Wie stellt man das Zeitalter des Menschen dar? Wie weit „entfernt“ ist der Anbeginn unseres Sonnensystems? Wie weit ist der Beginn der Zeit vom „jetzt“ entfernt?

Ein anschauliches Modell konstruierte ebenfalls Alex Gorosh in dem er mittels zweier Modelle die Timeline des Universums und die verschwindend kleine Timeline des Menschen ins korrekte Verhältnis setzte.
Auf fast 7 Kilometern stellte er die gesamte Zeit seit ihrem Beginn zusammen mit den wichtigsten Ereignissen ins korrekte Verhältnis.
Sehenswert!

To scale: Time

http://www.alexgorosh.com/shortdocs
https://www.youtube.com/watch?v=nOVvEbH2GC0
[making of -> https://www.youtube.com/watch?v=5lXxMmCCfCY]

Echt jetzt?

Auch wenn beide Filme in Englisch sind, erhält man sehr eindrücklich eine Vorstellung davon, wie „groß“ unser Sonnensystem ist, wie „lang“ der Urknall bereits her ist und wie unbedeutend kurz das Dasein des Menschen ist.

Ein besonderes „Schmankerl“ – eine neue Sicht auf den Mond

Wir kennen ihn seit wir leben, unseren Mond. Jeder kennt den Mond!
Meist fristet er ein unbedeutendes Dasein, schließlich ist er ja schon immer da und wird immer da sein – nichts besonderes also.

Also machen wir ihn zu etwas „besonderem“, schauen wir uns den Mond so an, wie wir ihn noch nie gesehen haben – dafür reicht ein Blick durch ein einfaches Teleskop.
Und schon sehen wir „ihn“ – mit anderen Augen!

Diesen Wow-Effekt, der uns trifft, wenn wir den Mond erstmals „in groß“ sehen, hat Alex Gorosh wunderschön in seinem Kurzfilm „A new view of the Moon“ dargestellt.

A new view of the Moon

http://www.alexgorosh.com/shortdocs
https://www.youtube.com/watch?v=XCrJ3NflOpE

Vie Spaß und viele „Wow’s“ beim Anschauen.