Unser natürlicher Trabant, der Mond , umkreist die Erde in 27,3217 Tagen und hat einen mittleren Durchmesser von 3476 Kilometer. Mit einem Abstand von 363 300 Kilometer und einem maximalen A bstand von 405 500 Kilometern zu unserem blauen Planeten beträgt seine Oberfläche 37 932 330 Quadratkilometer. Unser Sternfreund Thomas Braun fotografierte den Mond an verschiedenen Stellen mit einem Newton-Teleskop von seiner Terrassensternwarte aus. Das Bild zeigt links oben den Mond , wie er über dem Ries steht. Dann sind noch aufgenommene Einzelheiten zu sehen, wie etwa rechts unten (vergrößert) und links unten, der Krater Clavius . Rechts oben (vergrößert) sowie rechts im Bild Mitte der Krater Plato . Links von Plato , das Alpental . Der Gebirgszug, der vergrößert in der Bildmitte zu finden ist, wird Apennin genannt. Die Gebirgszüge auf dem Mond sind zum Teil über 11 Kilometer hoch. Angemerkt sei , dass mit einem Fernglas auf Stativ auch schon schöne Details beobachtet werden können! Viel Spaß beim beobachten!
Text/Foto: U.Bahadir/T.Braun
Hallo!
Nachdem nun endlich der Prototyp meiner neuen Steuersoft- und Hardware in Betrieb genommen wurde, kann ich euch auch das erste Bild mit meiner ebenfalls neuen Canon EOS 1100D präsentieren! (die ehemalige EOS350D hat ihren Dienst bei der Inbetriebnahme der neuen Hardware quittiert, und ging sozuagen “in Rauch” auf… – Reparatur ist Gott sei Dank aber noch möglich)
Das Bild zeigt die Spiralgalaxie M106 in den Jagdhunden. Belichtet wurden 20 Aufnahmen à 180 sec bei ISO 1600. Dazu ebensoviele Darkframes, die zur Bildverarbeitung abgezogen wurden. Die Aufarbeitung der Rohbilder wurde mit Fitswork und Paintshop Pro X erledigt.
Einen gesonderten Bericht über die Entwicklung der neuen Steuerung gibt´s demächst unter der Rubrik “Projekte”
Ab Januar 2012 ist unser monatlicher Treffpunkt das Zerin ( Zentrum für Rieskrater -und Impaktforschung Nördlingen ) in der Vorderen Gerbergasse 3 in 86720 Nördlingen.
Vielen Dank an Gisela Pösges vom Rieskratermuseum in Nördlingen , die uns das ermöglicht hat.
Am Tag vor dem Astronomietag war das Wetter ja noch optimal. Wir versuchten deshalb an diesem Tag den Planeten Mars ins Visier zu nehmen – und das kam dabei heraus:

Mars vom 23.03.2012 um ca. 20:15, Aufnahme mit 6″ Refaktor und WebCam
Sehr schön sieht man Oberflächenstrukturen und die bereits stark abgeschmolzene Polkappe (weißer Fleck rechts unten). Mit einer Marskarte in der Hand sind einige Strukturen eindeutig zu identifizieren!
Hier ein kleiner Exkurs, wie man zu solchen Bildern kommt:
Man verwendet eine lichtempfindliche, aber handelsübliche WebCam (z.B. Philips SPC900NC) und nimmt damit kurze Videosequenzen auf. Da es immer wieder Momente ruhiger Luft (=scharfes Bild) gibt, kann man später die schärfsten Einzelbilder des Filmes zur weiteren Verarbeitung nutzen. Die mühsame Arbeit nur die besten Bilder aus einer z.B. 1000-Bildersequenz zu extrahieren überlässt man natürlich einer intelligenten Software… Die übrig gebliebenen Bilder werden sodann zu einem Ergebnisbild gemittelt (damit wird das Rauschen der Kamera deutlich unterdrückt). Dieses schon ansehnliche Bild wird danach in weiteren Bearbeitungsschritten nachgeschärft bis man zum maximal möglichen Ergebnis kommt.
Die vier Bilder unten zeigen von links nach rechts die einzelnen Bearbeitungsschritte :
1 und 2 : Rohbilder aus dem Webcam-Video
3: das gemittelte Bild aus den besten 5% des Videos
4: das nachgeschärfte Endresultat
Am Montag danach die Rückschau auf den vergangenen Samstag.
Nachdem sich das Wetter am späten Nachmittag mit einem Regenschauer als Spielverderber zeigen wollte, haben wir uns nicht abschrecken lassen und haben den Aufbau fortgesetzt. Wie erhofft haben sich dann immer größere Wolkenlöcher aufgetan, so dass zunächst die Venus wunderbar in der Halb-Phase zu sehen war. Mit fortschreitendem Abend ist dann auch der Jupiter aus den Wolken aufgetaucht, mit 3 deutlich sichtbaren Monden.
Später war dann auch der Mars deutlich rot am Himmel zu erkennen, so dass wir die Chance genutzt haben das Marsbild mittels einer Webcam direkt auf einem Notbook zu zeigen. Dank gut justierter Nachführung ist er uns auch nicht weggelaufen.
Highlight des Abends war dann wohl der Blick auf den Saturn. Ab 21:30 Uhr gab es auch hier immer wieder Wolkenlöcher, so dass “der Her der Ringe” deutlich zu beobachten war.
Wir hatten am Samstag erfreulich viele Besucher, die wir in der Dunkelheit zwar nicht zählen konnten, uns aber durchgehend beschäftigt haben. Wir hoffen, dass unsere Besucher ein bisschen Spass bei der Beobachtung hatten und der eine oder andere vielleicht auch mal bei unseren Treffen auftaucht.
Zum nächsten Astronomietag sind wir jedenfalls dabei und weisen jetzt schon auf unsere Beobachtungsnacht am Samstag, den 13. Oktober am Rieskratermuseum hin!
Bis zum nächsten Mal!
Die Rieser Sternfreunde
In unserem Bereich “Projekte” gibt es zwei neue Berichte über den Bau einer Montierungssäule und der dazugehörigen Terrassensternwarte.
Viel Spass beim schmökern!

Jahrmillionen dauerte es in der Erdgeschichte bis solch bizarre Strukturen entstanden sind., wie hier im Arches National Park in Utah. Astronomisch sind diese Zeitabschnitte nur Wimpernschläge in der Geschichte des über 13 Milliarden Jahre alten Kosmos . Unser Bild bietet einen Blick ins Zentrum unserer Milchstrasse, wovon unsere Sonne nur ein Stern von 400 Milliarden ist und diese "Welteninsel" nur eine von Abermilliarden von Galaxien. Wie kurz und unbedeutend doch unser menschliches Dasein ist. Foto: Archiv Bahadir
Nördlingen/ Nicht nur wir Menschen sind sterblich — sondern auch unsere Sonne wird irgendwann ihr Leben aushauchen. Sie wurde vor etwa 4,5 Milliarden Jahren geboren und hat damit knapp die Hälfte ihres Daseins hinter sich. Bevor sie als Sternenleiche, als sog. Weisser Zwerg , langsam verglimmend in die ewigen Jagdgründe treibt, wird sie sich im Todeskampf zu einem Roten Riesenstern aufblähen, um schließlich ihre äußeren Schichten abzustossen.
Die zum Riesenstern mutierte Sonne wird alles womöglich noch vorhandene Leben auf der Erde gnadenlos versengen. Dieses Schicksal teilt unsere irdische Welt mit allen Ökosystemen, die es irgendwo da draussen auf anderen Planeten geben mag, die um fremde Sonnen kreisen. Alle Sterne im Kosmos sind sterblich.Auch der Weltraum selber wird irgendwann untergehen. Nur wissen die Kosmologen noch nicht, wie das universelle Ende ablaufen wird. Die jüngsten Beobachtungen von Supernovae in fernen Galaxien sprechen für ein ewig expandierendes Universum. Dann wird es noch viele Generationen von neugeborenen und nach Milliarden Jahren dennoch ausgebrannten Sonnen geben, bis der kosmische Brennstoff ausgegangen ist.
Irgendwann wird es keinen Wasserstoff mehr geben, der Sterne leuchten lassen kann. Für den Fall eines ewig expandierenden Weltalls wird es noch einige hundert Millionen Jahre dauern, bis der “Ofen ” aus ist. Sollte das Weltall seine Expansion allerdings irgenwann in eine Kontraktion umkehren, so könnte das Ende schneller kommen und heftiger: In einem Big Crunch, einem zeitlich umgekehrt verlaufenden Urknall, würden sich alle Planeten, Sterne und Galaxien verlieren. Diese apokalyptischen Aussichten lassen uns allerdings seltsam unberührt. Es ist höchstens eine Art metaphysisches Angstkribbeln, dass wir im Nacken verspüren. Denn was scheren uns Milliarden Jahre, wenn wir selbst nach so viel kürzerer Zeit die Bühne des Lebens verlassen müssen.
Trotz hoher Geschwindigkeit scheint sich nichts zu bewegen
Unser Sonnensystem jagt mit unvorstellbarer Geschwindigkeit auf einer Kreisbahn um das Zentrum der Milchstrasse: Jede Sekunde legen wir auf diese Art über zweihundert Kilometer zurück. Die Sterne in unserer Nachbarschaft haben etwas andere Geschwindigkeiten. Denn erstens führt die Milchstrasse keine Rotation wie ein starrer Körper aus. Sie dreht sich aussen mit geringerer Winkelgeschindigkeit als innen. Und zweitens vollführt jeder Stern eine Eigenbewegung mit bestimmter Geschwindigkeit relativ zur allgemeinen Rotationsbewegung um das Zentrum der Milchstrasse. So verschiebt sich unsere Perspektive auf die uns umgebende Sternenwelt permanent.Aber für unsere menschllichen Augen wahrnehmbar ist diese Verschiebung nat. nicht. Selbst über Jahre hinweg ändern sich die Positionen am Fixsternenhimmel nur so wenig, dass es modernster Technik bedarf, um diese Änderungen zu messen.
Und seit Menschengedenken hat sich an der Gestalt der Sternbilder kaum etwas verändert. Wie passt dies zusammen? Warum ist trotz der hohen Sterngeschwindigkeiten kaum eine Bewegung zu erkennen? Es liegt an der enormen Grösse des Kosmos! Denn was ändert schon die von unserem Sonnensystem in einem Jahr überbrückte Entfernung von sechs Milliarden Kilometern, wenn die Sterne zum Beispiel des Sternbildes Orion fast hundertmillionenmal weiter entfernt sind. Die scheinbare Bewegungslosigkeit der Fixsterne hat zum Bild des ewigen und unveränderten Himmels geführt, wie es sich die frühren Kulturen gemacht haben.

Ein historisches Foto ! Im Mai 1990 besuchten die US-Wissenschaftler Dr. Shoemaker und Dr. Cao im Rahmen der Eröffnung des Rieskratermuseums die Rieser Sternfreunde in Utzmemmingen, die dort eine Astronomieausstellung für die Rieser Kulturtage durchführten. (Cao fünfter v. l . Shoemaker vierter v. r.) Beide Impaktforscher fanden schon in den sechziger Jahren heraus , dass unser Rieskrater durch ein kosmisches Ereigniss ,( Asteroiden bzw. Meteoriteneinschlag ) entstand.

Im Hintergrundfoto sieht man die Szene, wo Apollo 16-Astronaut Charles Duke eine Gesteinsprobe einsammelt. Einen Teil dieser Mondprobe findet sich als Dauerleihgabe der NASA Im Nördlinger Rieskratermuseum wieder ( Siehe Bildmitte ) Die gräuliche Probe mit ca 160 Gramm Gewicht schaut unserem Suevit aus dem Ries verblüffent ähnlich . Sie stammt vom Randbereich eines mittelgrossen Mondkraters und wird in trockenem Stickstoff gelagert, damit es durch unsere Atmosphäre nicht verändert wird.Ein immer wieder faszinierender und historischer Anblick!







