Nachtrag zur Mondfinsternis

Kurzentschlossen haben wir (Hannes, Thomas und ich) unsere “Sieben Sachen” gepackt und sind auf den Riegelberg gefahren, um von dort die partielle Mondfinsternis zu beobachten. Nachdem die transportablen Montierungen aufestellt und ausgerichtet waren konnte es losgehen. Die Spannung stieg als dann der Mond endlich über den Horizont gekrochen kam.
Hier ein kontrastverstärktes Bild während der Horizontphase – noch ist von der Verfinsterung nichts zu sehen…

Nach ca. 20 min war die Teilverfinsterung des Vollmonds dann in ihrer vollen Pracht zu sehen!

Kurz vor Ende der partiellen Phase: Man sieht deutlich wie der Mond ein Stück aus dem Erdschatten gewandert ist. Auch der Halbschatten der Erde ist noch gut auf dem Mond zu erkennen.

Thomas hatte mit seinem 150er Newton viel Glück beim Auslösen der Kamera:
gleich mehrere Bilder mit Flugzeugen vor dem Mond!

Wir hatten mal wieder einen gelungenen Abend mit einem schönen Event und einigen interessierten Besuchern! Ich hoffe es kommen noch ein paar Bilder von Hannes, der mit seiner Drohne auch die Umgebung aus einer ganz anderen Perspektive aufgenommen hat!

Der Meteoritenfall von Stubenberg

Gestern war Dieter Heinlein aus Augsburg ,der wohl  bekannteste Meteoriten-Experte bei uns im Rieskrater-Museum und hielt einen spannenden Vortag über den im vergangenen Jahr niedergegangenen Meteoriten bei Stubenberg in Niederbayern , unweit der österreichischen Grenze. Außerdem schilderte er in populärwissenschaftlicher Weise, mit was für Techniken, Bahnberechnungen und nicht zuletzt Suchaktionen man zu so einem Fund kommt. Nachdem schon bekannte Meteoritenfunde im Museum einen Platz gefunden haben, so hofft man , dass auch das größte Teil des Stubenberger Meteoriten nach Nördlingen ins RKM seinen Weg findet.

Fotos: Uwe Bahadir

Countdown für die ISS

T-14 Tage
Calsky.com und transit-finder.com melden einen in Elchingen sichtbaren ISS-Transit vor der Sonne am 18.Juni 2017.
Screenshot von Calsky.com

T-13 Tage
Matthias angefragt, ob wir hier eine Transit-Session starten sollen. Klar, machen wir das – wenn das Wetter passt, alle Zeit haben, nix dazwischen kommt …
T-10 Tage
Fortwährende Prüfung der Bahndaten der ISS, da die NASA diese nur mehr ein Mal pro Tag zur Verfügung stellt und die diversen Webseiten ihre Prognosen und Berechnungen ggf. korrigieren müssen.
T-3 Tage
Erste zuverlässige Checks der Wettersituation mittels der App des Deutschen Wetterdienstes und verschiedener Internetseiten. Die Chancen auf einen wolkenfreien Himmel steigen von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde.
T-5 Stunden
Das Wetter passt – wolkenlos!
Aufbau der Montierung und des 8″-Teleskops im heimischen Garten. Anschluss der Kamera ALccd5L-IIc an das Teleskop – erste Funktionstests zeigen, dass nur etwa 30% der Sonne auf dem Monitor sichtbar ein werden.
T-4 Stunden
Weitere Tests mit der Canon EOS600D offenbaren zwar eine komplette Sonne mit hoher Framerate (50 fps), allerdings verbunden mit Verlust der Schärfe – die ISS wäre kaum zu erkennen.
T-3 Stunden
Entschluss, die Aufnahmen mit der ALccd5L-IIc zu machen. Fokuseinstellung, Testaufnahmen, letzte Prüfung der Bahndaten.
T-2 Stunden
Da nur etwa 30% der Sonnenscheibe zu sehen sein wird, muss der Verlauf des Transits bestimmt werden. Calsky und der Transit-Finder zeigen eine Sonnenscheibe (mit Transit) mit der 12-Uhr-Position oben. Allerdings stellt sich die Sonne im Teleskop anders dar (vertikal und horizontal gekippt, zudem ist die Drehung der Kamera eine willkürliche) und Teleskop-Norden ist nicht gleich Calsky-12-Uhr und schon gleich gar nicht Sonnen-Nord!
Dies bedeutet nochmaliges Recherchieren und Rechnen. Es gilt den Winkel zwischen der 12-Uhr-Position und Sonnen-Nord zu finden, die Nord-Position des Teleskops zu bestimmen und dies alles auf den Anblick durch die Kamera zu übertragen. Es war nicht einfach …
(Anmerkung: Im Nachhinein hätte ein Klick auf den entsprechenden Calsky-Link genügt, aber die Überlegungen und Berechnungen waren hochinteressant – wieder was gelernt!)
T-1 Stunde
Berechnete Daten auf das Teleskop übertragen, Kamera ausgerichtet – da müsste/sollte sie durchfliegen. Hoffentlich.
Es gibt nur diesen einen Versuch.
T-30 Minuten
PST zusätzlich aufgebaut, letzte Testaufnahmen mit dem Newton.
Warten.
T-5 Minuten
Newton nachgerichtet, Kamera zeigt den korrekten Bildausschnitt. Die Spannung steigt.
T-1 Minute
Platz eingenommen, Blick aufs Notebook, Handsteuerung der Montierung in der Hand.
Alles bereit!
T-15 Sekunden
Aufnahme los.
T-10 Sekunden
Noch nichts zu sehen. Die Spannung ist unerträglich – ist es der richtige Bildausschnitt?

T-5 4 3 2 1 …

18.Juni 2017, 17:54:11 Uhr
ISS-Transit – da ist sie.
Vorbei am Sonnenfleck. 16 Frames pro Sekunde. Sie fliegt durchs Bild. Schärfe OK.

T+1 Sekunde
Und weg ist die ISS wieder.
T+5 Sekunden
Aufnahme stop.
Anschauen.
Wow – die ISS mit 10 Frames erwischt. Genial!

Nachspiel
Die Anspannung legte sich und wir begannen mit dem Abbau.
Ein paar Tage später begann die Bildverarbeitung und das bedeutet:
Den Film zuerst mit Autostakkert 3 stacken (die ISS verschwindet bei diesem Prozess), dann mit Registax schärfen. Anschließend den Originalfilm in Einzelbilder zerlegen (mit VLC-Player) und die Einzelbilder, in den die ISS zu sehen ist, identisch in Registax schärfen.
Aus diesen Einzelbildern wurde nun die ISS markiert, ausgeschnitten und in das erste geschärfte Summenbild eingefügt (mit GIMP).
Nach dem Einfügen der 10 einzelnen ISS wurde das Bild nochmals nachbearbeitet (Schärfe, Kontrast, Farben) und das Ergebnis ist dies hier:

Signale der Erde

Wenns sich das Universum auch offenbar in Schweigen hüllt, so ist die Erde doch vorbildlich mitteilsam. Einerseits strahlt sie unabsichtlich einen gewaltigen Berg an Radio-,Fernseh-,Radar- und sonstigen Wellen in den Raum hinaus, anderseits hat sie mehrfach gezielt Botschaften losgeschickt.

Aber auch schon die Menschen längst versunkener Kulturen hatten Interesse daran,späteren Generationen die Kunde zu hinterlassen : Wir waren da, wir haben Kultur geschaffen. So ließ etwa der assyrische Heerführer Asarhaddon im siebten Jahrhundert vor Christus Keilschriften in Fundamente von Denkmälern und öffentlichen Gebäuden einmauern.

Hundert Jahre später schuf der Assyrerkönig Assarbunipal als “Zeitkapsel ” eine umfangreiche Tontafel-Bibliothek, die heute im Britischen Museum in London steht.

Vom Mittelalter bis heute werden in die Fundamente öffentlicher Gebäude Urkunden, Chroniken, Münzen, Zeitungen und andere Zeitdokumente eingemauert.

Seit 1970 werden die  “Kulturgüter von Deutschland ” auf Mikrofilmen gespeichert und in  einem Stollen im Gneiss bei Oberried im Schwarzwald eingelagert. Bis heute haben sich dort etliche Millionen Mikro-Aufnahmen angesammelt.

Es besteht offenbar ein Bedürfnis, Zeugnisse menschlicher Leistungen zu bewahren und späteren Generationen mitzuteilen. Nicht nur den Nachkommen auf unserer Erde, sondern auch fremden Zivilisationen – dies kam im  Zeitalter der Raumfahrt dazu. Ob es irgendwo im Weltall noch  Leben gibt oder nicht, auf jeden Fall sollten Botschaften losgeschickt werden , auch wenn eine Antwort vielleicht erst nach Jahrtausenden zurückkommt -oder erst dann, wenn die Erde eine leblose Öde geworden ist.

Ein paar Botschaften die abgesandt worden sind :

1972/73 mit den beiden Sonden Pioneer 10 und 11.Inzwischen haben sie nach den Forschungsarbeiten an Jupiter und Saturn das Sonnensystem verlassen und treiben im interstellaren Raum. Beide haben eine Grußbotschaft an die “Nachbarn im All ” an Bord. 100.000 Jahre werden etwa vergangen sein bis die Roboter in die Nähe von anderer Sonnen gelangen, mit vielleicht Planeten.

Am 16.4.1974 wurde mit dem 300-Meter -Radioteleskop in Arecibo auf Puerto Rico eine Botschaft in Richtung auf den Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules gefunkt. Die Sendeleistung betrug 500 000 Watt, die Botschaft wird in etwa 25 000 Jahren ankommen.

1977 wurden die wohl bekanntesten Raumsonden Voyager 1 und 2 gestartet, die Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun von 1979 bis 1989 erkundeten und mittlerweile um die 20 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt sind. Voyager  1 ist das am weitesten von Menschenhand geschaffene Objekt.

Am 4.5.1973 wurde der geophysikalische Forschungssatellit LAGEOS (Laser Geodynamic Satellite ) gestartet, der voraussichtlich noch 8 Millionen Jahre lang in 6000 Kilometern Höhe unsere Erde umkreist. An Bord befindet sich eine Botschaft an Erdbewohner in ferner Zukunft. Falls da noch jemand herumspringt, kann man sehen wie unsere Erde sich verändert hat.😊                                 Graphik: NASA

 

 

 

 

Die Putz -und Renovierungsarbeiten in der Sternwarte gehen in die nächste Runde

Letzten Sonntag packte mich der “Rappel” und ich fuhr nach Oettingen um mir mal die “Innenhaut” der Sternwartenkuppel vorzunehmen, sprich zu reinigen. Da hatte sich jahrelanger “(Sternen)staub” festgesetzt, so viel  als stünde die Sternwarte mitten in der Sahara. Aber jetzt ist alles wieder sauber und das hingucken macht wieder Spaß.

Über uns

Die Rieser Sternfreunde haben sich 1986 mit der Entstehung der Oettinger Sternwarte gegründet. Wir sind zu klein um ein Verein zu sein (jeder müsste ein Amt übernehmen), dafür umso engagierter.

Die Astronomie liegt Nahe im Nördlinger Ries, ist diese Landschaft ja vor ca. 15 Millionen Jahren durch einen Meteoriteneinschlag entstanden.

Hier ergibt sich auch gleich die Verknüpfung zum Rieskratermuseum.  Seit der Gründung 1990 sind die Sternfreunde auch hier sehr engagiert und gestalten immer wieder Veranstaltungen oder Ausstellungen.

So lassen wir in unregelmäßigen Abständen die lange Nacht des Rieskratermuseums mit astronomischen Themen stattinden. Auch am jährlichen Astronomietag nehmen wir regelmäßig Teil.

Die Rieser Kulturtage bieten auch immer wieder Präsentationsmöglichkeiten.

Zur Öffentlichkeitsarbeit zählen dann noch Vorträge und Führungen durch die Sernwarte, auch in Zusammenarbeit mit den örtlichen Volkshochschulen.

Einige unserer Freunde betreiben eigene Sternwarten mit unterschiedlicher Ausstattung. Wir waren schon in den 90er Jahren als Digitalpioniere mit dabei, haben damals aber im Normalfall noch analog schwarzweiß fotografiert und dank der Positionierung der Sternwarte auf dem Albrecht-Ernst-Gymnasium vom damaligen Fotolabor profitiert.

Inzwsichen wird nur noch digital fotografiert mit den entsprechenden Möglichkeiten des Stackings und der Nachbearbeitung.

Pferdekopfnebel

Pferdekopfnebel

Durch die räumliche als auch ideelle Nähe zum Rieskratermuseum dürfen wir das Zerin als Treffpunkt nutzen. Wir treffen uns dort jeden 1. Freitag im Monat um 20 Uhr und freuen uns über jeden Besucher!

Veranstaltungstermine und aktuelle Berichte finden sich auf unserer Website.