Nichts neues von New Horizons …

Keine Daten?

Mittlerweile ist es bald 3 Wochen her, dass New Horizons an Ultima Thule vorbeigeflogen ist und erstmals ein KBO – Kuiper Belt Object – erforscht hat. Welche Daten, welche Bilder, welche Informationen sind bisher bei uns angekommen?
Nicht wirklich viel …

Zu sehen hier die aktuell beste Aufnahme von Ultima Thule, aufgenommen aus einer Entfernung von etwa 28.000 km.
Aber, sollte New Horizons nicht viel, viel näher an Ultima Thule heran? War da nicht die Rede von guten 3.000 km? War das schon alles?

Nein, das war es noch nicht!
New Horizons ist zwar am 01. Januar 2019 um 06:33:19 MEZ in 3536 km an Ultima Thule vorbei geflogen, Stand heute hatte das Team um Alan Stern jedoch nur 4 Tage Zeit am Deep Space Network, um Daten von New Horizons downzuloaden. Die Sache ist nämlich die, dass die Erde aktuell eine ungünstige Position für die Kommunikation mit New Horizons hat – sie ist (von New Horizons aus gesehen) hinter der Sonne. Und dieser “dicke, helle Brocken” steht einfach nur im Weg und lässt eine Kommunikation mit der Sonde derzeit nicht zu.

1 Prozent

Wie Alan Stern am 17.01.19 bekannt gab, wurden bisher nur etwa 1% der Daten von New Horizons auf der Erde empfangen, der große Rest soll in den nächsten 20 Monaten auf der Erde ankommen. Dabei werden nicht nur weitere “trockene” Messdaten sein, auch weitere und diesmal wirklich hochaufgelöste Aufnahmen von Ultima Thule werden dabei sein. Alan Stern hat für die 50th Lunar and Planetary Science Conference im März in The Woodlands, TX weitere Daten und (Bild-) Material zugesagt.
Warten wir es ab!
Ein jubelnder Alan Stern kurz nach dem Encounter

Bildquellen: http://pluto.jhuapl.edu/ und http://www.nasa.gov

New Horizons has met Ultima Thule

Encounter

Am Neujahrsmorgen war es soweit, New Horizons ist in nur 3.500 km Entfernung mit über 14 km/h an Ultima Thule, ein kaltes und unbekanntes Objekt des Kuipergürtels vorbei geflogen und hat die am weitesten von der Erde entfernte Forschung aller Zeiten betrieben.
Erfolgreich?
Das wusste um 06.33 MEZ (05.33 UTC) noch niemand. Die Sonde konnte auch beschädigt oder zerstört sein, oder es konnten Instrumente ausgefallen sein, oder die Sonde konnte einfach nur “in die falsche Richtung” geschaut haben, oder, oder, oder. Die Liste der möglichen Probleme ist endlos!

Signal Aquisition

Zum Glück hat das Team um PI (principal investigator / Chefwissenschaftler) Alan Stern und MOM (mission operations manager / Flugkontrolle) Alice Bowman ganze Arbeit geleistet – die Mission ist ein voller Erfolg.
Gegen 16.30 MEZ (also fast 9 Stunden nach dem Encounter) sollte das erste Signal von New Horizons an der großen Antenne des NASA Deep Space Networks in Madrid eintreffen, wenige Sekunden später (Signallaufzeit, digitale Signalaufbereitung, etc.) müsste ein “carrier lock” im Mission Operations Center möglich sein. Die Spannung war unerträglich … Kurz nach 16.30 war es soweit, Alice Bowman vermeldete ein stabiles Signal, ließ anschließend alle Subsysteme auf ihren Status prüfen und schließllich, gegen 16.35 MEZ, war klar: “We have a healthy Spacecraft” – Mission erfolgreich.
Entspannte Gesichter, nachdem klar war, dass das “spacecraft healthy” ist (A. Stern und A. Bowman)

Die Forschung kann beginnen …

Erste Aufnahmen von Ultima Thule waren in dieser Phase noch nicht zu erwarten, es ging lediglich darum, zu prüfen, ob die Sonde in Ordnung war.
Die ersten (“besseren”) Aufnahmen präsentierte die NASA einen Tag später.
v.l.n.r.: Farbaufnahme (MVIC), Detailaufnahme (LORRI), Komposit aus beiden, Aufnahmedaten: 01.01.19, 04.08 UTC, 137.000 km

Und hier kann man die Charakteristik von Ultima Thule schon gut erkennen:
Ein Objekt aus zwei runden Teilen, etwa 33 km in der Länge (19 km und 14 km), sehr deutlich ausgeprägter Hals zwischen den beiden Teilen (inoffiziell als Ultima und Thule benannt), unterschiedliche Regionen mit unterschiedlichem Oberflächenmaterial, Rotationsdauer etwa 15 Stunden – um nur einige der in der Pressekonferenz am 02.01.19 präsentierten ersten Erkenntnisse zu nennen.
Es werden weit mehr Daten und höher aufgelöste Aufnahmen erwartet, das jedoch wird seine Zeit dauern. Die Datenrate beträgt nur wenige Kilobit pro Sekunde (aktuelle Daten vom Deep Space Network in Goldstone am 03.01.19, 23.21 MEZ: 841 Bit/s, siehe https://eyes.nasa.gov/dsn/dsn.html). Für den Download aller Daten werden Monate veranschlagt (teilweise werden 2 Jahre genannt!).
Aber “wir” haben ja Zeit, nach Ultima Thule kommt nichts mehr … nur die unendlichen Weiten des Universums.

Und New Horizons wird seinen Vorgänger Pioneer und Voyager folgen, dorthin wo noch kein Mensch je gewesen ist.

Weitere und aktuelle Informationen auf der New Horizons Webseite:
http://pluto.jhuapl.edu/

Bildquellen: http://pluto.jhuapl.edu/ und http://www.nasa.gov

New Horizons meets Ultima Thule

Ultima Thule

Ein etwa 37 km großer Felsbrocken “hinter dem Ende” des Sonnensystems im Kuiper Gürtel – dunkel, kalt, über 6,6 Milliarden Kilometer entfernt … das ist die unbekannte Welt des KBOs 2014MU69, oder seit 2018 “Ultima Thule“.

Woher kommt der Name?

Woher kommt der Name? Nun, es ist ja so, dass Thule ein mystischer Ort weit oben im Norden ist, dort wo die Welt eigentlich schon endet. Und Ultima Thule ist noch weiter “oben”, genauer gesagt der nödlichste Landpunkt der Erde, bestehend aus einer kleinen Insel, die auf dem Festlandssockel der nördlichen grönländischen Küste liegt (Wikipedia). Weil nun 2014MU69 ebenfalls der am weitesten entfernte Punkt im Sonnensystem ist, der je erforscht wurde bzw. wird, hat man sich entschlossen aus den zahlreichen Vorschlägen “Ultima Thule” für den noch unerforschten Felsbrocken auszuwählen.

New Horizons erforscht Ultima Thule

Vor gut dreieinhalb Jahren hat die 2006 gestartete Raumsonde New Horizons den letzten Planeten unseres Sonnensystems besucht und erforscht – Pluto. Viele Daten haben seitdem die Wissenschaftler beschäftigt, zahlreiche neue Erkenntnisse über Pluto sind ans Licht gekommen und haben diese eisige Welt uns Erdlingen näher gebracht. Auch von den Rieser Sternfreunden wurden im Rahmen verschiedener Veranstaltungen und Vorträge einer interessierten Öffentlichkeit Einblick in die Mission und deren Ergebnisse gegeben.

Nun ist es wieder soweit:
Am Neujahrstag 2019 wird New Horizons in nur 3.500 km an Ultima Thule mit über 14 km/s vorbei fliegen und Bilder und Daten vom entferntesten Objekt machen, das die Menschheit je erforscht hat. Wenn das mal kein großer Sprung für die Menscheit wird!

Countdown


Exakt um 05.33 UTC (6.33 MEZ) wird New Horizons die geringste Entfernung zu Ultima Thule haben.
Dabei wird die Raumsonde ein Rechteck von der Größe 120×320 km mit der Geschwindigkeit von 50.700 km/h durchfliegen und Daten über diese eisige Welt sammeln. Auch Fotos werden gemacht, die geschätzte Auflösung beträgt 35 m/px (Meter pro Pixel), so der PI (principal investigator / Chefwissenschaftler) der Mission, Alan Stern.
Ob die Mission erfolgreich war, wird man hier auf der Erde nicht sofort erfahren. Die Lichtlaufzeit alleine beträgt über 6 Stunden, hinzu kommt noch, dass während des Vorbeifluges die Hauptantenne nicht zu Erde gerichtet ist und daher erst geforscht wird, bevor nach dem Vorbeiflug erste Daten zur Erde gesendet werden können. Mit dem signal aquisition, also dem ersten Lebenszeichen (health status check) von New Horizons wird gegen 16 Uhr MEZ gerechnet.

Ultima Thule, we are coming!

Liveberichte und Video-Streams gibt es hier (alle Zeiten MEZ):
05.15: New Horizons flyby of Ultima Thule, a Kuiper belt object
15.45: New Horizons Signal Acquisition from Ultima Thule Flyby
16.30: New Horizons Post-Flyby Press Conference
Links:
New Horizons Webseite – Where to whatch
NASA TV

Bildquellen: http://pluto.jhuapl.edu/ und http://www.nasa.gov

Neues Jahr

Die Rieser Sternfreunde wünschen allen einen guten Start ins Neue Jahr in Verbindung mit viel Gesundheit und Glück!

Auf das es viele klare Nächte geben wird und wieder zahlreiche und interessierte Besucher zu uns in die Sternwarte kommen um sich an der Faszination Weltall zu begeistern.

Auch in 2019 haben wir wieder einiges geplant in Sachen Astronomie !

“Mondmissionen – Historie, Gegenwart und Zukunft” – Vortrag im Rieskratermuseum

Am Donnerstag, 22.11. – 19:00 Uhr im RKM:   Vortrag (Freundeskreis + RKM)

Der Planetengeologe Prof. Dr. Harald Hiesinger, „Deutschlands Mann im Mond“ (Deutsche Welle 16.01.13), kennt den Mond wie kaum ein anderer. Neben seiner Lehrtätigkeit an der Universität Münster ist er wissenschaftlicher Berater der ESA (European Space Agency) und wirkte u. a. bei der Lunar Reconaissance Orbiter Mission (LROC) der NASA mit, die hochauflösende Aufnahmen der gesamten Mondoberfläche lieferte. Im Rieskratermuseum gibt er einen Überblick über vergangene und in Planung befindliche Mondmissionen.

Vortrag Mond

Am Donnerstag dem  22.11 2018 findet im Rieskratermuseum in Nördlingen um 19 Uhr der letzte Vortrag , organisiert vom Verein “Freunde des Rieskratermuseums e.V.” , in diesem Jahr statt.

Prof. Harald Hiesinger von der Uni Münster wird über aktuelle Ergebnisse der Mondforschung und zukünftige Mondmissionen berichten.

Der Eintritt ist frei und die Veranstalter freuen sich auf Ihren Besuch.

 

Besuch der Chiemgauer Astronomen im Ries

Am 20. und 21. Oktober waren die Chiemgauer Astronomen bei uns im Ries zu Besuch!

Die Rieser Sternfreunde haben sich ein wenig um die Kollegen gekümmert und einige Programmpunkte vorbereitet.

Höhepunkt war die geo-historische Exkursion zu den Geopark-Aufschlüssen Lindle bei Holheim und dem Suevitsteinbruch an der Alten Bürg, unterbrochen vom Besuch der Ofnethöhlen und des römischen Gutshofs am Riegelberg. Das alles unter der kompetenten Leitung von Gisela Pösges vom Geopark Ries.

Nach einem zünftigen Abendessen in der “Alten Bürg” gab es noch einen Blick von der Oettinger Sternwarte in den leider nicht ganz klaren Nachthimmel.

Der Sonntag brachte dann noch einen Besuch im Nördlinger Rieskratermusem mit unserem Uwe Bahadir!

Wir hatten alle viel Spass und freuen uns auf ein Wiedersehen!

 

Workshop Radioastronomie in Sonneberg (1)

Dies wird eine Miniserie über den Radioastronomieworkshop in Sonneberg Anfang September 2018.

Teil 1: Einführung

Die Sternwarte in Sonneberg wurde bereits 1925 gegründet. Auf 638m Höhe war sie damals die höchstgelegene Sternwarte Deutschlands. Urspünglich städtisch, wurde sie 1930 der Sternwarte Babelsberg angegliedert und wurde damit staatlich.

Mit der Teilung Dutschlands wurde sie der Akademie der Wissenschaften der DDR zugesprochen und wurde weiter intensiv genutzt.

Die Sternwarte in Sonneberg ist vor allem für ihre Himmelsdurchmusterungen bekannt, hier wurden von 1924 bis in die 80er Jahre Feldaufnahmen auf Platten gemacht. Dieser Fundus wurde inzwischen teilweise digitalisiert.

Mit der Wiedervereingung Deutschlands ist die Sternwarte leider in ein Finanzierungsloch gefallen, da keine öffentliche Instituition die Sternwarte weiterbetreiben wollte.

Ehemalige Mitarbeiter der Sternwarte haben daher eine GmbH gegründet, die die Sternwarte in Erbpacht übernommen hat und versucht aus den Unternehmensgewinnen die Sternwarte zumindest rudimentär zu erhalten.

Immer noch beeindruckend: Die Teleskope, sowohl Refraktoren als auch Spiegel mit großer Öffnung und guter Optik. Carl Zeiss Jena läßt grüßen!

 

Quelle: https://www.astronomiemuseum.de/sternwarte