Sonnenfleck

Heute zum Sonnenuntergang gab es mal wieder einen Fleck in der Projektion zu sehen. Die Bilder sind durch den tiefen Sonnenstand nicht prächtig, aber wenigstens etwas.

Neowise über Nördlingen!

Hier ein Bild vom 17.06. 2020, ca 0:30 Uhr, f=160mm, 41 x 30s, ISO 3200.

Schön ist zu sehen, wie der Komet in der Zeit der Aufnahmen unter den Sternen weitergewandert ist (die Strichspur der Sterne verrät die Richtung und die Strecke)
Bilder vom 13.07. Morgens um ca 3:15Uhr

“Corona”-Mond

Seit 3 Wochen zu Hause, die “dicke” Montierung verkauft … was tun bei diesem herrlichen Frühjahrswetter?

Na klar, den “Wackeldackel” LXD-75 aufgebaut, den 8-Zöller Newton draufgeschnallt und auf den Mond gespechtelt.

Herausgekommen sind ein paar technische “Aha”-Effekte bei der Aufnahme-Software Firecapture, tolle Detailverbesserungen mit Registax und ein schönes Panorama von unserem Begleiter.

Sichtbarmachen von Details

Zuerst mal zu den Details:
Wenn man auf der Suche nach der Landestelle von Apollo 11 ist, dann kommt man an dem hellen Fleck am am südlichen Rand des Mare Tranquillitatis fast nicht vorbei. Hierbei handelt es sich um den Krater Censorinus A (3,8 km im Durchmesser) und links daneben um einen kleineren Nebenkrater inmitten von sehr hellem Auswurfmaterial (Rükl, 1990, Abb.47).
Die linke Aufnahme zeigt den entsprechenden bereits gestackten Ausschnitt dieses Bereichs. Faszinierend ist der Vergleich mit der Abbildung rechts daneben – während links nur “hell” zu erkennen ist, lassen sich rechts deutlich beide genannten Krater unterscheiden.

gestacktes Rohbild, VOR Registax
gestacktes Rohbild, NACH Registax

Natürlich darf die Aufnahme der gesamten Region mit der Apollo 11 Landestelle (gelber Punkt) nicht fehlen.

Panorama

Das Higlight an diesem Abend war die Aufnahme von mehreren Filmen, die jeweils einen Ausschnitt des Mondes erfassten.
Dazu brauchte es 8 einzelne Filme mit jeweils 5000 Bildern (Aufnahmedauer je etwa 15 s). Insgesamt rauschten dann mal so an die 35 Gigabyte auf die SSD. Die Filme wurden mit Autostakkert gestackt (Verwendungsrate 50% bis 75%) und die Summenbilder anschließend jeweils einzeln, aber mit den gleichen Werten in Registax geschärft. Das “Zusammenbauen” und Erstellen des Panoramas erledigte ICE (Microsoft Image Composite Editor).
Ein Klick auf das Bild öffnet das Bild im Großformat.

Und noch ein bisserl Venus

Weils grad so gut geklappt hat, kommt vom selben Abend noch eine Halb-Venus.

DIE KATASTROPHE IN NEUER GESTALT

Das Rieskratermuseum in Nördlingen teilt mit:

“Nach 29 Jahren hat die intern liebevoll als „Diaschau“ bezeichnete Präsentation des Ries-Impakts in unserem Kraterkino ausgedient. Sie lebt inhaltlich erweitert fort in einer bildgewaltigen Neuproduktion, die in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Heiko van der Scherm und dem Produzenten und Künstler Johannes Kümmel (Carvon Media, Stuttgart) geschaffen wurde.

Ab dem 14. September ist die neue Darstellung des Ries-Impakts im Museum zu sehen!”

Die Rieser Sternfreunde gratulieren zur neuen Präsentation!

in memoriam Chris Kraft

Christopher Columbus Kraft Jr.

Wie mir erst jetzt bekannt wurde, verstarb bereits am 22. Juli 2019, zwei Tage nach dem 50-jährigen Jubiläum der ersten Schritte auf dem Mond, im Alter von 95 Jahren der Begründer der modernen Mission Control, Christopher C. Kraft.

Werdegang

Chris Kraft hat nach dem Sputnik-Schock des Jahres 1958 in der sogenannten Space Task Group (STG) unter Führung von Bob Gilruth (+ 17.08.2000) mit der Konzeption und Entwicklung des ersten Raumfahrtprojekts der USA begonnen, das später unter dem Dach der NASA in das Projekt Mercury mündete.
Während des Gemini-Programms rückte er in der Hierarchie des inzwischen gegründeten Zentrums für bemannte Raumflüge in Houston zum Missionsleiter auf. Mit Apollo 13 stieg er dann zum stellvertretenden Direktor des Zentrums für bemannte Raumfahrt in Houston, ab 1972 dann zu dessen Direktor auf und wurde damit Herr über mehrere tausend Angestellte.
1982 ging er in Rente, blieb aber als Berater aktiv.

Mission Control

Zusammen mit Gene Kranz etnwickelte er von Anbeginn der amerikanischen Raumfahrt das Prinzip der Funktions- und Arbeitsweise von Mission Control.
Jede erdenkliche Situation und (normale) Abläufe einer Mission wurde in sogenannten procedures festgeschrieben.
Dies sind fest vorgegebene Verfahrensvorschriften, die für jede Möglichkeit einen definierten Ablauf festlegen – sowohl der regulären Aktivitäten, wie auch für den Fall von (bekannten) Notsituationen. Diese procedures wurden von den Astronauten, aber auch von Mission Control so lange trainiert, bis alle Beteiligten sie komplett verinnerlicht haben.

in memoriam

Chris Kraft wurde 28. Februar 1924 in Virgina geboren. Der goodfather of mission control (New York Times, 22.07.19) verstarb am 22. Juli 2019 in Houston.

Damit ist ein weiterer Veteran der Raumfahrtgeschichte von uns gegangen.

https://www.youtube.com/watch?v=L3zOeNKXAI8

NASA ist the best return on investment that this country had ever seen.


Literatur und Internet(-quellen):
– Flight – My Life in Mission Control, Chris Kraft, 2001 (engl.)
Remembering Chris Kraft (NASA)
Christopher Kraft dies at 95 (New York Times)
Wikipedia (engl.)

Die Eroberung des Mondes

ARTE Dokumentation zur Mondlandung

Der deutsch-französische Kultursender ARTE zeigte anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der ersten Mondlandung eine dreiteilige Dokumenation über den Weg bis zum denkwürdigen Ereignis am 20. Juli 1969.

Der Titel dieser Reihe lautet

Die Eroberung des Mondes

Regie führte Robert Stone und die Dauer jeder Episonde beträgt etwa 1 Stunde und 40 Minuten. Erzählt wird die Geschichte, die den ersten Schritten Neil Armstrongs auf dem Mond vorausgeht.

Aus der Beschreibung:
Vor einem halben Jahrhundert machten Menschen die ersten Schritte auf dem Mond. Bis heute ranken sich um den Mond nicht nur geheimnisvolle Geschichten, sondern er ist auch Zielscheibe geopolitischer Interessen. Anlässlich des Jubiläums der ersten bemannten Mondmission werfen wir einen Blick zurück auf die bewegte Geschichte der Erforschung und Eroberung des Mondes.

Bewertung

Meines Erachtens eine interessante und hochwertige Produktion. Gezeigt werden Aufnahmen, die selbst mir, als jemanden, der schon viele Dokumentationen und Filme über das Apollo-Projekt gesehen hat, tatsächlich neu sind.
Nicht nur die technische Seite des Projekts wird dargestellt, auch die familiäre Seite mit ihren vielen Emotionen werden sachlich und keineswegs reißerisch vermittelt.
Die Kommentare kommen vollständig aus dem Off, d.h. die Sprecher sind nicht im Bild zu sehen. Dies tut der Information aber keinen Abbruch – im Gegenteil, die Kommentare wirken hierdurch noch intensiver, auch deshalb weil neben vielen Journalisten auch die (noch lebenden) Astronauten selbst zu Wort kommen.

ARTE Mediathek

Zu finden ist die Dokumentation in der Mediathek von ARTE (Klick auf den Link).
Stand 14.08.2019

50 Jahre – The Eagle has landed

Jubiläum

Das Jubiläum nähert sich mit großen Schritten und auch die Rieser Sternfreunde wollen an diesen ehrwürdigen Tag erinnern.
Hier möchte ich nicht die gesamte Geschichte in allen Details erzählen, sondern nur die wichtigsten Milestones benennen. Ich denke, es gibt genügend Literatur und Bewegtbilder/Dokumentationen, die das Ereignis in überwältigenden Details darstellen.
Ganz aktuell ist ein Film in ausgewählten Kinos angelaufen, der die Geschichte von Apollo 11 in neuen überarbeiteten und digitalisierten Bildern Revue passieren lässt: Apollo 11 (Trailer auf Youtube).

Cover des Film Apollo 11

Der Weg zum Mond

Die erste Landung von Menschen des Planeten Erde auf einem anderen Himmelskörper, dem Mond, war sicherlich DAS Ereignis des vergangen Jahrhunderts.
Mehr als 400.000 Menschen arbeiteten daran das große Ziel, das der verstorbene Präsident John F. Kennedy den Menschen in den USA vermacht hat, zu verwirklichen.
Unglaubliche menschliche und technische Anstrengungen rückten das Ziel gegen Ende der 60er Jahre in erreichbare Nähe, bis im Januar 1967 die Katstrophe eintrat und die Astronauten von Apollo 1 – Gus Grissom, Ed White, Roger Chaffee – bei einem plug-out-Test am Boden umkamen. Fast 2 Jahre dauerte es, bis wieder Astronauten mit Apollo 7 erste Tests im All unternahmen.

“I believe that this nation should commit itself to achieving the goal, before this decade is out, of landing a men on the moon and returning him safely to earth.”

A bold Move

Weihnachten 1968 dann ein Wagnis, das in der Geschichte seinesgleichen sucht – der erste Flug zum Mond mit Apollo 8.
Unvergessen die Schöpfungsgeschichte am Weihnachtsabend, vorgetragen von Frank Borman, Jim Lovell und Bill Anders. Ebenfalls unglaublich bewegend der erste beobachtete Erdaufgang über dem Mondhorizont auf der 3. Umkreisung des Mondes.
Viele Unwägbarkeiten reduzierten die Chancen, dass die Mission ein Erfolg wird auf 30% … und dass die Astronauten lebend zur Erde zurückkommen auf 50%.
Die Mission war ein voller Erfolg, der Weg für Apollo 11 war frei.

Earthrise

The Eagle has landed

Abschließende Tests mit Apollo 9 und 10 öffneten die Türe für den ersten Versuch, auf dem Mond zu landen und einen Menschen auf die Oberfläche zu bringen.

Am 20. Juli 1969, 20:17:40 UTC setzte nach dramatischem Abstieg zum Mond die Mondlandefähre Eagle auf der Mondoberfläche auf – Neil Armstrong meldete: “Houston, Tranquility Base here. The Eagle has landed.”

Apollo 11 Crew (Neil Armstrong, Michael Collins, Buzz Aldrin

Panorama auf die Sea of Tranquility (Meer der Ruhe)

A small step

21. Juli 1969 um 02:56:20 UTC (in den USA war es noch der 20. Juli) betrat Neil Alden Armstrong als erster Mensch die Oberfläche des Mondes und sprach seine berühmten Worte: “That’s one small step for ‹a› man, one giant leap for mankind!”
Edwin Buzz Aldrin folgte ihm 20 Minuten später mit den Worten “Magnificent Desolation.”
Der Rest ist Geschichte … am 24. Juli 1969 um 16:50 UTC war Apollo 11 wieder zurück auf der Erde und John F. Kennedys Vermächtnis erfüllt.

Kurz vor dem “small step”

Apollo 12, 14, 15, 16, 17 und die 13

Insgesamt 5 weitere Missionen zum Mond waren erfolgreich. Jede einzelne mit noch höheren Anforderungen und noch anspruchsvoller. Apollo 17 blieb fast 3 Tage und 3 Stunden auf dem Mond.
Apollo 13 mit Jim Lovell, Fred Haise und Jack Swigert schrieb jedoch seine eigene Geschichte. Nach fast 56 Stunden und nahezu 300.000 km von der Erde entfernt explodierte ein Sauerstofftank des Versorgungsteils. Mit großen Anstrengungen, viel Improvisation und absoluter Professionalität schafften es Bodencrew mit allen möglichen Helfern im Hintergrund und den Astronauten zusammen, diese wieder lebend zurück zu bringen. Wegen dieses überaus “erfolgreichen Fehlschlags” ging diese Mission in spezieller Weise in die Geschichtsbücher ein (s. auch den Film “Apollo 13” mit Tom Hanks in der Hauptrolle).

Apollo 17, 3. EVA, das LEM ist rechts von der Felsspite zu erkennen

Mission Control nach der erfolgreichen Wasserung von Apollo 13

Memories

An dieser Stelle sei den vielen tausenden Menschen gedankt, die diese Abenteuer erst ermöglichten. An der Spitze dieser vielen Menschen standen die Astronauten selbst (CDR, LMP, CMP – bei den Landungen waren jeweils CDR und LMP auf der Mondoberfläche):

  • Apollo 1: Gus Grissom (1926-1967), Ed White (1930-1967), Roger Chaffee (1935-1967) – alle umgekommen beim plug-out-Test am 27.01.1967
  • Apollo 7: Wally Shirra (1923-2007), Donn Eisele (1930-1987), Walter Cunningham (1932- ) – Erprobung Kommandomudul in der Erdumlaufbahn
  • Apollo 8: Frank Borman (1928- ), Jim Lovell (1928- ), Bill Anders (1933- ) – Erster Flug zum Mond
  • Apollo 9: Jim McDivitt (1929- ), Dave Scott (1932- ), Rusty Schweickart (1935- ) – Test des Landemoduls in der Erdumlaufbahn
  • Apollo 10: Tom Stafford (1930- ), John Young (1930-2018), Gene Cernan (1934-2017) – Test von Kommando- und Landemodul im Mondorbit
  • Apollo 11: Neil Armstrong (1930-2012), Mike Collins (1930- ), Buzz Aldrin (1930- ) – Sea of Tranquilitiy
  • Apollo 12: Pete Conrad (1930-1999), Richard Gordon (1929-2017), Alan Bean (1932-2018) – Ocean of Storms
  • Apollo 13: Jim Lovell (1928- ), Jack Swigert (1931-1982), Fred Haise (1933- ) – erfolgreicher Fehlschlag
  • Apollo 14: Alan Shepard (1923-1998), Stuart Roosa (1933-1994), Ed Mitchell (1930-2016) – Fra Mauro
  • Apollo 15: Dave Scott (1932- ), Al Worden (1932- ), Jim Irvine (1930-1991) – Hadley Rim
  • Apollo 16: John Young (1930-2018), Ken Mattingly (1936- ), Charlie Duke (1935- ) – Descartes Highlands
  • Apollo 17: Gene Cernan (1934-2017), Ron Evans (1933-1990), Harrison Schmitt (1935- ) – Taurus-Littrow, mit Harrison Schmitt erster Wissenschaftler auf dem Mond
(Lebensdaten Stand 10.07.2019)

Internet und Literatur

An interessanten Informationen und Daten gibt es im Internet (unüberschaubar) viele, daher seien hier nur die, meiner Ansicht nach, interessantesten genannt:
Apollo 11 in Realtime, https://apolloinrealtime.org/11/ (sehr empfehlenswert)
Apollo 11 powered descent, https://www.firstmenonthemoon.com/
Apolloarchive, http://www.apolloarchive.com/
Apollo 17 in Realtime, https://apollo17.org/ (sehr empfehlenswert)

Die beste Literatur zu nennen ist sehr schwer, hier sind persönliche Interessen ausschlaggebend. Daher seien an dieser Stelle nur 3 Werke genannt:
Abenteuer Apollo 11, Jesco von Puttkamer, Herbig Verlag 2009
How Apollo flew to the Moon, W. David Woods, Springer Praxis Books 2011 (engl.)
A Man on the Moon, Andrew Chaikin, Pengiun Books 2007 (engl.)

Wann erfolgt der nächste Schritt?

Zurück zum Mond und vorärts zum M a r s
Ob wir diesen Schritt noch erleben werden???

Quellen/Bildquellen:
  • www.nasa.gov (Diese Quelle zu nennen ist logisch, denn sämtliches Bildmaterial geht auf die NASA zurück – gleichgültig wo diese Bild im Internet auftauchen. Selbst Wikipedias Material kommt von dort.)
  • de.wikipedia.org