Die Eroberung des Mondes

ARTE Dokumentation zur Mondlandung

Der deutsch-französische Kultursender ARTE zeigte anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der ersten Mondlandung eine dreiteilige Dokumenation über den Weg bis zum denkwürdigen Ereignis am 20. Juli 1969.

Der Titel dieser Reihe lautet

Die Eroberung des Mondes

Regie führte Robert Stone und die Dauer jeder Episonde beträgt etwa 1 Stunde und 40 Minuten. Erzählt wird die Geschichte, die den ersten Schritten Neil Armstrongs auf dem Mond vorausgeht.

Aus der Beschreibung:
Vor einem halben Jahrhundert machten Menschen die ersten Schritte auf dem Mond. Bis heute ranken sich um den Mond nicht nur geheimnisvolle Geschichten, sondern er ist auch Zielscheibe geopolitischer Interessen. Anlässlich des Jubiläums der ersten bemannten Mondmission werfen wir einen Blick zurück auf die bewegte Geschichte der Erforschung und Eroberung des Mondes.

Bewertung

Meines Erachtens eine interessante und hochwertige Produktion. Gezeigt werden Aufnahmen, die selbst mir, als jemanden, der schon viele Dokumentationen und Filme über das Apollo-Projekt gesehen hat, tatsächlich neu sind.
Nicht nur die technische Seite des Projekts wird dargestellt, auch die familiäre Seite mit ihren vielen Emotionen werden sachlich und keineswegs reißerisch vermittelt.
Die Kommentare kommen vollständig aus dem Off, d.h. die Sprecher sind nicht im Bild zu sehen. Dies tut der Information aber keinen Abbruch – im Gegenteil, die Kommentare wirken hierdurch noch intensiver, auch deshalb weil neben vielen Journalisten auch die (noch lebenden) Astronauten selbst zu Wort kommen.

ARTE Mediathek

Zu finden ist die Dokumentation in der Mediathek von ARTE (Klick auf den Link).
Stand 14.08.2019

Wann wird’s mal wieder richtig dunkel?

Dämmerung

Am 14.06.19 hat die Wetterseite der Tagesschau über ein interessantes Thema berichtet, das uns Amateurastronomen aktuell schon ein wenig zu schaffen macht:

Dämmerung

Der zugehörige Bericht brachte auf einfache Weise Ordnung in das Durcheinander von astronomischer, bügerlicher und nautischer Dämmerung.

Ordnung

Los geht’s:

  • Bürgerliche Dämmerung:
    Beginnt sobald die Mitte der Sonnenscheibe untergegangen ist. Endet mit Beginn der Nautischen Dämmerung (Mitte der Sonnenscheibe ist 6° unter dem Horizont).
  • Nautische Dämmerung:
    Beginnt sobald die Mitte der Sonnenscheibe 6° unter dem Horizont ist. Endet mit Beginn der Astronomischen Dämmerung (Mitte der Sonnenscheibe ist 12° unter dem Horizont). Der Begriff rührt daher, dass ab dieser „Dunkelheit“ die früheren Seefahrer abseits der Städte mit ihren störenden Lichtquellen nach den (helleren) Sternen navigieren konnten.
  • Astronomische Dämmerung:
    Beginnt nach der Nautischen Dämmerung (Mitte der Sonnenscheibe ist 12° unter dem Horizont) und endet sobald es wirlich dunkel ist (Mitte der Sonnenscheibe ist 18° unter dem Horizont).
  • Nacht …
    … ist erst dann, wenn wirklich kein Sonnenlicht und keine Streuung desselben mehr erkennbar ist und dies ist erst der Fall, wenn die Mitte der Sonnenscheibe mindestens 18° unter dem Horizont ist. Wobei ehrlicherweise gesagt werden muss, dass es angesichts zunehmender Lichtverschmutzung immer schwerer wird, trotz erfüllter Nacht-Definition wirkliche Nacht zu finden.

Nacht …

… wird’s erst wenn’s nicht mehr dämmert :-)!
Die Zeiten des Sonnenauf- und untergangs hängen bekanntlicherweise vom Datum und dem Breitengrad ab, auf dem man sich befindet. Nun ist es so, dass wir uns hierzulande um die Zeit der Sommersonnenwende im Grenzbereich befinden – auf dem Härtsfeld und im Ries wird es nicht mehr dunkel, es gibt …

keine Nacht !

Nördlich von 48,58° (etwa auf einer Linie Straßburg-Reutlingen-Landshut) gibt es keine Nacht mehr, die astronomische Dämmerung endet nicht. Das Härtsfeld und Ries liegen nördlich dieser Linie und sind damit im Bereich nicht endender astronomischer Dämmerung.
Und nördlich von etwa 54,58° (so in etwa die Ecke Kiel) kommt man aus der nautischen Dämmerung gar nicht mehr hinaus – da bleibt es die ganze „Nacht“ über hell.

Amateurastronomen haben frei

Wenn es, wie oben beschrieben, nicht mehr wirklich Nacht wird, dann haben Amateurastronomen, die sich vor allem mit Deep-Sky-Beobachtung und -Fotografie beschäftigen wenig zu tun. Zum einen ist die effektiv nutzbare (Nacht-) Zeit einfach zu kurz, und zum anderen wird es in der überwiegenden (Dämmerungs-) Zeit nicht dunkel genug, um zu beobachten.
Wer oder was bleibt damit übrig?
Nur die hellsten Objekt am Himmel eignen sich für Beobachtung: Mond und Planeten.

Quellen/Bildquellen:

  • https://wetter.tagesschau.de/wetterthema/2019/06/14/helle-naechte.html

Astronomietag 2018 / Programm

Live in der Sternwarte heute Mond und Orionnebel. Leider wird es inzwischen etwas dunstig, die ca. 60 Besucher konnten aber alle einen Blick auf Sonne, Mond und Sterne riskieren.

Vortrag von Hannes:

Die Sonne schaut immer wieder durch, ein großer Teil des Himmels ist klar.

Und es ward Licht:

Die ersten Bilder vom Astrotag

Es ist soweit … der Astronomietag am 24.3.2018 ist gekommen!
Die aktuelle Wettervorhersage prognostiziert ausnahmsweise schönes Wetter für den Astrotag. Im Moment bedeckecn zwar Wolken den Himmel, die Meteorologen machen aber immer noch Hoffnung-

Im schlimmsten Fall gibt es ja mindestens die unten erwähnten Vorträge.

Aktuelle Infos über den Verlauf, Wetter etc. finden Sie aktuell hier auf der Seite!

Veranstaltungsort ist – wie im vergangenen Jahr auch – die
Sternwarte Oettingen am Albrecht-Ernst-Gymnasium in 86732 Oettingen, Goethestr. 36.
Unser Programm ab 16 Uhr bietet daher – sofern die Vorhersagen zutreffen – für Astronomiefreunde aller Art (jung/alt, Männlein/Weiblein, Profi/Amateur, groß/klein, …) Beobachtungen der Sonne und eventuell des Mondes, sowie beobachtbarer Deep-Sky-Objekte. Darüber hinaus sind wir jederzeit und zwanglos offen für alle astronomischen Fragen, die unsere Besucher an uns herantragen. Wir geben unser Bestes, um Sie zufrieden zu stellen …
Im Planetarium werden wir unseren Sternenhimmel genauer betrachten und verschiedene astronomische Phänomene erläutern. Technische Versuche runden hier unser Programm ab.
Beobachten ist eine Sache, Erleben eine andere. Virtuelle Realität erlaubt es uns Normalbürgern selbst fernste Welten zu besuchen. Hier bieten wir unseren Besuchern Ausflüge auf den Mond und zum Mars an.

Unser Programm ist aber nicht nur darauf ausgerichtet zu beobachten, wir werden auch zielgerichtet informieren. Dazu haben wir verschiedene Kurzvorträge vorbereitet und werden diese nach Bedarf präsentieren:
– „Supernovae – Von den gewaltigsten Ereignissen im Universum“ (passend zum diesjährigen Thema des Astronomietages „Das geheime Leben der Sterne“)
– „Digitale Bildverarbeitung im Zeitalter der Amateurastronomie“
– „Das Leben der Sonne“

und gegen 18 Uhr das Vortragshighlight

„Pluto – Eiswelt am Rande des Sonnensystems“

Schon jetzt und auf diesem Weg wünschen wir allen Besuchern interessante Informationen, tolle Erlebnisse und viel Spass beim Astronomietag der

Rieser Sternfreunde

Wir sind ab 16 Uhr da … und Sie? 🙂

12 Stunden Krebsnebel M1

M1 – Der Krebsnebel

Schon im Herbst 2016 hatte ich den Krebsnebel über 2 Stunden belichtet. Da im Winter 16/17 die Canon astro-umgebaut wurde, dachte ich mir, dass es sich lohnen könnte nochmals Photonen von M1 zu sammeln.
Zudem war ich mittlerweile in der Lage, lang belichtete Einzelaufnahmen zu erstellen (10 Minuten pro Aufnahme oder mehr) – dank Umstellung des Guidings vom Leitrohr auf den Off-Axis-Guider.
Herausgekommen sind weitere 58 Aufnahmen á 10 Minuten in 2 Nächten im Oktober 2017 … 9 Stunden und 40 Minuten Belichtungszeit.
Anmerkung: Der blaue Ring um den markanten Stern SAO 77313 (links) kommt vom beschlagenen Hauptspiegel in der ersten Belichtungsnacht.

Ich seh rot

Die Aufnahmen aus 2017 betonten sehr stark die Farbe Rot – Ursache war der astro-Umbau der Canon. Zu rot für meinen Geschmack!
Also mischte ich die Aufnahme aus 2016 (größerer grün-Anteil) und die aus 2017 (wie bereits gesagt: rot) zusammen, sprich: Ich überlagerte beide Aufnahmen mit dem Deep-Sky-Stacker. Die abschließende Nachbearbeitung erfolgte mit Fitswork und GIMP.

Fertig!

In der fertigen Aufnahme stecken demnach die 9 Stunden und 40 Minuten aus 2017 und 2 Stunden und 15 Minuten aus 2016 drin – insgesamt also 11 Stunden und 55 Minuten Belichtungszeit!

Die Sternenleiche

Interessant ist die Tatsache, dass der „Verursacher“ des Nebels in der Aufnahme zu erkennen ist – ein Pulsar mit etwa 1,4 Sonnenmassen und einem Durchmesser von ungefähr 10 km.
Ein Pulsar ist nichts anderes, als ein Neutronenstern, der sich mit hoher Geschwindigkeit um seine Achse dreht. Die Rotationsfrequenz des Neutronensterns in M1 beträgt etwa 30 Hz (d.h. er dreht sich alle 33 ms um sich selbst). Zuerst zweifelte ich, ob das „Ding“ wirklich zu sehen ist, aber die Recherche auf verschiedenen Webseiten (darunter die der NASA) bestätigten, dass dem tatsächlich so ist.

Four Planets

Am Abend des 05.Juni bot sich in der Nähe von Elchingen ein ganz besonderes Bild:
Klarer Himmel, kaum Wolken, angenehme Temperaturen und … freie Sicht auf

4 Planeten

unseres Sonnensystems.
Dies wollte ich mir nicht entgehen lassen und erstellte ein Panorama aus 10 Hochkantaufnahmen mit der EOS600D (je 10 s mit F5.6), die mit MS-ICE gesticht wurden.

fourplanets(s)Four Planets (9320×2221 Pixel, 9.17 MByte)

Und, die 4 Planeten schon gefunden?
Auflösung -> hier.

„A Muggaschieß“

Anmerkung/Übersetzung „A Muggaschieß“ für die Nicht-Schwaben: ein Fliegenhäufchen.

Merkur „verfinstert“ die Sonne
Eine Sonnenfinsternis der besonderen Art stand vorgestern auf dem Programm – Merkur „verdunkelte“ die Sonne. Also wenigstens wurde sie messbar dunkel, wenn auch nicht sichtbar. Das liegt daran, dass bei einer Merkurbedeckung – anders als bei einer Mondfinsternis – nur 0,004% der Sonnenfläche bedeckt werden.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass Merkur nur als winzig kleiner Fleck vor der hellen Sonnenscheibe zu sehen war – eben der im Titel schon angesprochene Fliegenschiss :-).
Aber nichtsdestotrotz haben Amateurastronomen landauf, landab dieses Himmelereignis gefilmt und fotografiert. Die Rieser Sternfreunde haben hier auch dazu beigetragen und von verschiedenen Sternwarten aus Aufnahmen gemacht.

Bildmaterial
Hier eine Auswahl der Aufnahmen aus Elchingen.
Die Sonne etwa gegen 18:22 Uhr – der kleine schwarze Punkt unten rechts – das ist Merkur!
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Abendsonne mit Wolken – etwa 18:46 Uhr
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Ein wenig ins Detail gegangen – Merkur und Sonnenfleck 2543
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Merkur ganz „groß“
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Übrigens:
Den nächsten Venustransit gibt’s erst lange nach unser aller Ableben, nämlich im Jahre 2117. Und wer etwas ganz besonderes sehen will – einen gleichzeitigen Transit von Merkur und Venus – der muss sich richtig anstrengen, den gibt es nämlich erst im Jahre 69.163 (und wer dies verpasst, muss bis ins Jahr 224.508 warten).
Dafür ist der nächste Merkurtransit nicht mehr weit: Am 11.11.2019 kann man den Beginn des nächsten Merkurdurchgangs hierzuladen sehen – sofern das Wetter mitspielt.

Astronomietag und das Wetter

Das Wetter am Astronomietag

Heute schon den Wetterbericht gesehen? Es lohnt sich …
Da gibt es eine scharfe Wolkengrenze etwa 20 km südlich von uns – dort herrscht strahlender Sonnenschein!

wetter160319Das aktuelle Wetterbild mit Ortsmarkierung (de.sat24.com)

Und hierzulande ist die Welt in trübes grau gehüllt.
Aber die Hoffnung stirbt zuletzt – für den Abend haben sowohl Skippysky (skippysky.com.au) und die Wolkenvorhersage der Uni Jena (www.astro.uni-jena.de/Users/markus/forecast.html) aufklarenden Himmel vorhergesagt.

Entscheidung am Nachmittag

Eine endgültige Entscheidung, ob wir am Nördlinger Freibad präsent sein werden, wird im Laufe des Nachmittags getroffen – dann wenn sich die Wettervorhersagen als stabil genug zeigen.

Bis dahin – dran bleiben. Unser Gerald wird wie immer über Neuigkeiten informieren, auch über die Entscheidung, ob die Rieser Sternfreunde dabei sind oder sich dem Wetter beugen müssen.

Jupiter 2016

Wettermeckerthread!

Die Jupiter-Saison läuft ja schon eine ganze Weile, aber erst am 08.März bot sich hierzulande erstmals in diesem Jahr die Gelegenheit zu „spechteln“ … ja, ja, das Wetter hat den Süddeutschen Raum in diesem Winter nicht gerade verwöhnt. Im Astrotreff gibt es sogar einen extra Wetter-Mecker-Thread!

Auch heute wieder: Der Wetterbericht sagt etwas von Sonne, aber die einzige Nebeldecke tummelt sich HIER!!!
(09.03.16, 15.30 Uhr, de.sat24.com)

nebel160309

Endlich Jupiter!

Aber, wie dem auch sei, gestern Nacht die ersten Jupiter-Aufnahmen 2016 – bei unterirdischem Seeing. Das Ergebnis ist aber dennoch einigermaßen vorzeigbar:

00_Jup_080316_213610_g3_ap119

Das Ausgangsmaterial – grieseln, flimmern, rauschen …

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… und das was daraus wird. Der kleine „Pickel“ rechts ist Jupiters Mond Io.
Technische Daten: 1588 Frames, Verwendungsrate 50%, Autostakkert 2.5.1.7 (1,5 Drizzle), Registax 6.0, Fitswork 4.47 (Histogrammbearbeitung)

Jup_080316_210703_g3_ap62_Drizzle15_rs_fw2(crop)

Jupiter hier mit den Galileischen Monden (v.l.n.r.): Ganymed, Io, Callisto, Europa
Technische Daten: 1306 Frames, Verwendungsrate 80%, weitere Bearbeitung wie oben

Die ISS-Spur

Der ISS auf „der Spur“
Das Ergebnis des ISS-Abends ist bei weitem nicht perfekt, kann sich für einen ersten Versuch aber sehen lassen.
Nach einem aufwendigen Bildverarbeitungsprozess ist eine ISS-Spur deutlich zu erkennen.
Die Bildverarbeitung bestand aus:
1) Autostakkert (Summenbild aus einem 10s-avi-Film)
2) Registax (Schärfen des Summenbildes)
3) Farbkorrektur in PhotoPaint
4) Einzelbilder mit der ISS aus dem Film extrahieren
5) Einzelbilder in Registax schärfen
6) Farbkorrektur der Einzelbilder in PhotoPaint
7) Einzelbilder in das Summenbild kopieren
8) ISS markieren, ausschneiden, Verlauf einfügen
9) Hintergrund wieder entfernen
10)ISS-Spur ausrichten
Dauer des ganzen Procedere etwa 2 Stunden.

ISS+Mond_260116_1000mm(RV24)s_g3_ap1326_rs_cpt_spur3
Zugegeben, mittlerweile ist das Bild schon ganz schön „zurecht gebogen“ und es gibt sicherlich viele „bessere“ Aufnahmen, aber es hat ein wenig an Ästhetik gewonnen. Wenigstens – das kann man wohl zu Gute halten – ist das Rohmaterial nicht aus irgendwelchen Quellen zusammengebastelt, sondern selbst aufgenommen.

Edit Matthias:
Und so sieht es aus wenn der Transit vorbei ist, Entspannung eintritt und die Info unverzüglich an den Rest der Mannschaft versendet wird!IMG_3462b

Noch’n Transit … die ISS vor’m Mond!

Transit-Fieber
Die ISS vor dem Saturn, das APOD-Bild vom 22.01.16 war DAS perfekte Bild … leider kam im Nachhinein heraus, dass das ganze gefälscht war. Der Aufschrei in den einschlägigen Astro-Foren und bei „Gesichtsbuch“ war groß, sowohl hierzulande als auch weltweit.
Und ausgerechnet da sollte die ISS vor dem Mond dahinsausen – zu sehen über Deutschland, genauer gesagt: Zu sehen direkt hier vor Ort.
DAS wollten Matthias und ich uns nicht entgehen lassen.
Calsky sei Dank wussten wir auf die Sekunde genau wann und wo dieses Ereignis zu sehen sein wird – 26.01.16, 22:02:50 MEZ, Zentrallinie direkt über Neresheim.
Kritisch war die Wettervorhersage … da war den ganzen Tag über alles drin: Wolkenlos, Nebel, hohe Wolken, bewölkt. Gegen 17 Uhr dann die Entscheidung: Wir versuchen es!!!
Also: Auto vollgepackt, Montierung, Teleskop, Kabel, Tisch, Notebook, alles dabei.

Countdown

  • 20:30 MEZ – Aufbruch nach Neresheim, Aufstellort in der Nähe des dortigen Segelflugplatzes mit freier Sicht auf den Mond
  • 20:50 MEZ – Aufbau und erste Testläufe
  • 21:26 MEZ – Kamera 1 (ASI am 300 mm Teleobjektiv) funktioniert, Kamera 2 (ALccd 5L IIc am Newton) auch einsatzbereit, Mond zentral im Blickfeld
  • 21:34 MEZ – Hohe Wolken ziehen vor den Mond, das Seeing ist grottenschlecht!
  • 21:55 MEZ – die Spannung steigt (übrigens: Die ISS fliegt im Erdschatten, wird also nicht beleuchtet – wir sehen sie daher nicht kommen, das wird ein Schuss ins Blaue!)
  • 22:00 MEZ – Kamera 1 läuft
  • 22:01 MEZ – Kamera 2 läuft, Nachführung/Korrektur der Montierung von Hand
  • 22:02 MEZ – 50 Sekunden
  • 22:02:40 MEZ – 10 Sekunden, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1 … die Augen am Monitor!
  • 22:02:51 MEZ – Zupp, da war sie … und ist auch schon wieder weg! Alles im Kasten?
  • 22:04 MEZ – Die Videos zeigen: Bingo, wir haben sie!!!

Ergebnisse
Das Video von der ASI zeigt die ISS mit 9 Frames, das Video von der ALccd hat 10 Frames mit den Konturen der ISS.
Ein erstes Ergebnis zeigt nachfolgendes Bild (1000 mm Brennweite am Newton):
0036s
0036l
Eigentlich irre … der Aufwand für einen Ein-Sekunden-Transit und gerade mal 19 Frames.
Aber: Nun wissen wir, dass wir einen solchen Transit aufnehmen können und die Technik zusammenspielt und funktioniert.
Und das Ganze ohne unerlaubte Techniken!