„Deep Space Network Now“

Ich habe da eine sehr Schöne und Neue, vom Jet Propulsion Laboratory der NASA  gestaltete Webseite entdeckt, die einen vom graphisch -und inhaltlichen sehr anspricht. Hier kann man in Echtzeit verfolgen , mit welchen Raumsonden die NASA aktuell im Funkkontakt steht. Dies sind u.a die Antennen in Goldstone , Madrid und Canberra die zur interplanetaren Komunikation der Raumfahrtzeuge dienen.

Per Mausklick lassen sich die Daten zur jeweiligen Mission abrufen und werden alle 5 Sekunden aktualisiert. Z.B Auftreffende Strahlungsleistung des Telemetriesignals, Datenrate, die mit Funkverbindung überbrückte Distanz und entsprechende Lichtlaufzeit…

Die Antennen des „Deep Space Network“ sind in den letzten Jahrzehnten fast alle im Durchmesser vergrössert worden.

Im Beispiel der „Voyager Missionen“ ist es ja so, dass diese Sonden sich immer weiter von der Erde entfernen und 37 Jahre nach dem Start immer noch funktionieren . Je weiter sie aber entfernt sind , desto schwächer werden auch die Signale , man braucht also „grössere Ohren“ 🙂

Hätte man bis 1986 ( Voyager 2 am Uranus) und 1989 (Voyager 2 am Neptun) die Schüsseln nicht vergrössert, dann hätten wir all diese schönen Bilder dieser noch nie gesehenen Welten nicht empfangen und bewundern können.

So nebenbei:  Die Sonde Voyager 1 ist mit fast 20 Milliarden Kilometer Entfernung zur Erde  das weitentfernteste Gerät, dass von Menschenhand  gebaut wurde. Diese Sonde wurde nach der Saturnmission , Anfang der achziger Jahre senkrecht aus der Planetenebene herausgeschleudert und das mit der 60fachen Geschwindigkeit einer Gewehrkugel!!

Die wissenschaftlichen Daten von Voyager 1 , die die Antennen jetzt noch auffangen sind nicht mehr aus dem interplanetaren Raum, sie sind aus dem interstellaren Raum!!! Voyager ist auf dem Weg in die unendlichen Weiten des Kosmos…

Noch eine Kleinigkeit: Die Intensität der Funksignale ist dabei so gering, dass  man nach einer Milliarde Jahre des sammelns dieser Signale , eine Taschenlampenglühbirne für sekundenbruchteile Aufleuchten lassen könnte. Die Energie käme einer Schneeflocke gleich , die langsam zum Boden schwebt:)

[Ergänzung von hannes: Voyager 1 ist derzeit etwa 1,5 Lichttage von uns entfernt und die auf der Erde eingehende „Funk“leistung liegt im Bereich von etwa 9,4*10^-20 Watt, oder als Kommazahl:

0,000 000 000 000 000 000 094 Watt (94 Trilliardstel Watt)

Zum Vergleich: Die von Uwe angesprochene Taschenlampenglühbirne „verbrennt“ etwa 0,7 Watt.]

 

So, nun aber die genaue Webadresse:  http://deepspace.jpl.nasa.gov/dsnnow

bg                                                                     FOTO: JPL/NASA